Mo. Nov 30th, 2020

Neuerscheinung: Peter Mersch: Die egoistische Information: Eine neue Sicht der Evolution des Lebens (2014)

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Das Paradigma der egoistischen Information beruht auf der Vorstellung, dass jegliche Evolution der belebten Natur die Folge des Wirkens von Akteuren ist, die sich aufgrund der in unserem Universum geltenden physikalischen Gesetze so verhalten, als sei das Wissen, das sie über sich und ihre Umwelt besitzen, egoistisch. In diesem Sinne ist es metaphorisch zu verstehen.

Theoretischer Ausdruck davon ist die Systemische Evolutionstheorie, von der nicht nur gezeigt wird, dass sie für einfache, ihr gesamtes Wissen in den Genen tragende Lebewesen mit Charles Darwins biologischer Selektionstheorie und Richard Dawkins Theorie der egoistischen Geneübereinstimmt, sondern sich aus ihren Grundannahmen auch einer der elementarsten Sätze der Wirtschaftswissenschaften – Ricardos Theorem der komparativen Kostenvorteile – herleiten lässt. Damit liegt erstmalig eine Evolutionstheorie vor, aus der nicht nur das Fundament der Biologie, sondern eines wesentlichen Teils der Sozialwissenschaften ebenso folgt.

Mithilfe des auch als Vergesellschaftungsgesetz bekannten Satzes von Ricardo werden wesentliche Aspekte der sozialen Evolution wie die Entstehung und Durchsetzung der für menschliche Gesellschaften charakteristischen sozialen Arbeitsteilung und das Aufkommen menschlicher Superorganismen – insbesondere der Unternehmenswelt – evolutionär begründet.

Für natürliche eusoziale Gesellschaften – wie Honigbienensozialstaaten – kommt die Systemische Evolutionstheorie zum Teil zu anderen Prognosen als die in der Biologie priorisierte Theorie der Verwandtenselektion. Anhand von Gedankenexperimenten wird aufgezeigt, dass die Verwandtenselektion wesentliche Strukturmerkmale natürlicher eusozialer Gemeinschaften nicht vorhersagen kann.

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