Do. Feb 25th, 2021
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2. Call for papers: MVE-Tagung 2014 in Wuppertal (Organisatoren: Sascha Schwarz und Matthias Herrgen): Dimensionen der Menschwerdung – Genese und Perspektiven evolutionärer Modelle

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Bergische Universität Wuppertal in Kooperation mit dem Wuppertaler Zoo, Mittwoch, 26.3. bis Freitag, 28.03.2014

Sascha Schwarz (Sozialpsychologie) und Matthias Herrgen (Philosophie/Anthropologie)

 

Dimensionen der Menschwerdung – Genese und Perspektiven evolutionärer Modelle: 2. Call for papers

Die als „darwinsche Kränkung“ bezeichnete Verortung des Menschen in der Natur führte zu großen Konflikten mit dem Selbstverständnis eines vernunft- und kulturbefähigten Wesens, dessen Ursprung und Entwicklung nun als Teil einer naturgeschichtlichen Entwicklung verkraftet werden musste. Göttlicher Ursprung bzw. Schöpfungsmythos standen nicht mehr als Basis der Kultur, seiner Fähigkeit zu moralischem Handeln und ethischer Reflektion, sowie als Schablone einer idealen Vergesellschaftungsform zur Verfügung. Vielmehr wurden vermeintlich spezifisch menschliche Merkmale radikalen Naturalisierungsprogrammen unterworfen, die bis heute anhalten: Neben Werkzeuggebrauch, Sprache und Kultur im Allgemeinen, der Befähigung zum moralischen Verhalten bis hin zu Fragen der Spiritualität sind viele „exklusive“ menschliche Merkmale entweder im Rahmen der human universals-Debatte nur gradualistisch von anderen Spezies zu unterscheiden (z.B. aus Sicht der Primatenethologie) oder werden gänzlich in ihrer Entstehung und Entwicklung auf naturalistische Parameter heruntergebrochen (z.B. in Debatten um den „freien Willen“ in der Neurobiologie und Kognitionsforschung).

Der Begriff der Menschwerdung ist in zwei Aspekte zu gliedern: Zum einen greift er in einem

(i) phylogenetischen Sinne die Frage nach der Stammesgeschichte des Menschen auf. „Wie wurde der Mensch zum Mensch?“ lautet die Frage, oder: „Wie haben wir uns im Stammbaum unserer Ahnenreihe von unseren Vorfahren distanzieren können?“ Hierbei spielen beispielsweise aktuelle primatologische Forschungsansätzen mit direkten Parallelstudien an/mit Menschen eine immer größere Rolle, die beispielsweise in Form vergleichender Entwicklungspsychologie neue Impulse in die Debatte einspeisen.

(ii) Zum anderen zeigt der ontogenetische Aspekt der Menschwerdung die individuelle Menschwerdung als Prozess auf. Wir werden als schutzpflichtige Lebewesen geboren und haben einen vergleichsweise langen Entwicklungsprozess vor uns, in dem viele Körperfunktionen und Verhaltensweisen auf- bzw. ausgebaut, soziale Rollen erlernt und kulturelle Praxen vermittelt werden müssen. Insbesondere die Neurobiologie zeigt hier teilweise eindrucksvoll, dass manche organische Strukturen in funktioneller Perspektive in besonderer Weise von ihren Umweltbedingungen im Entstehungskontext abhängen, aber auch beispielsweise die psychologische Forschung liefert Beiträge, wie das menschliche Erleben und Verhalten adaptiv auf unsere Umwelt reagiert.

Beide Aspekte beinhalten sowohl gewisse Setzungen im Sinne fester Rahmenprogramme unserer evolutiven Entwicklung, andererseits aber auch eine gewisse Plastizität, die zur Vielgestaltigkeit des Menschen, einschließlich seines Erlebens und Verhaltens, führt. Menschwerdung setzt den Menschen somit als prozedurales Wesen. Das Ziel dieser Tagung ist es, diese Prozesshaftigkeit des menschlichen Werdens entlang der beiden Dimensionen Phylogenese und Ontogenese aus der Perspektive evolutionärer Modelle – frei nach dem Sinnspruch des Dresdner Dichters Christoph August Tiedge (1752-1841) „Wir sind nicht, um zu sein, sondern wir werden, um zu werden.“ – zu beschreiben, als auch perspektivisch zu entwickeln.

Vorträge und Posterbeiträge, die sich einer dieser beiden Dimensionen zuordnen lassen, sind herzlich willkommen!

Die letzte Frist zum Einreichen der Beiträge ist Freitag, der 31.1.2014.

 

Eingeladene Vorträge

Dr. Claudia Fichtel 

Dr. Claudia Fichtel
(Verhaltensökologie und Soziobiologie am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen)

„Evolution von Kultur bei Primaten“

PD Dr. Daniela Niesta-Kayser

PD Dr. Daniela Niesta-Kayser
(Vertretung der Professur für Sozialpsychologie an der Universität Potsdam)

„Der Einfluss der Farbe Rot auf die wahrgenommene Attraktivität von Frauen“

 

 

 

Tagungsorte

Wuppertaler Zoo: Menschenaffenhaus

Die Tagung beginnt mit einer Keynote-Vorlesung von Dr. Claudia Fichtel (Verhaltensökologie und Soziobiologie am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen) zu dem Thema „Evolution von Kultur bei Primaten“ am Mittwoch, den 26.3.2014 um 17 Uhr im Menschenaffenhaus des Wuppertaler Zoos. Der Wuppertaler Zoo schließt um diese Uhr bereits die Pforten. Bitte planen Sie daher pünktlich am Eingang des Wuppertaler Zoos zu sein. Der Eintritt zum Zoo ist für diese Veranstaltung kostenlos.

Der Wuppertaler Zoo ist sehr gut mit dem Auto oder auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf dieser Seite des Wuppertaler Zoos.

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Bergische Universität Wuppertal: Bergisches Zimmer

Am Donnerstag, den 27.3. (vorauss. 9 – 19 Uhr) und Freitag, den 28.3.2014 (vorauss. 9 – 15 Uhr) findet die Tagung im Bergischen Zimmer (Bergische Universität Wuppertal, Campus Grifflenberg, Gaußstr. 20, 42097 Wuppertal) statt. Das Bergische Zimmer finden Sie im Gebäude ME (Mensa).

Der Campus Grifflenberg ist ebenfalls sehr gut mit dem Auto (zahlreiche kostenlose Parkplätze in den Parkhäusern der Uni; wir empfehlen Parkhaus PA) oder auch mit dem Bus zu erreichen. Weitere erste Informationen zur Anreise mit dem Auto finden Sie hier und mit dem Bus finden Sie hier. Einen Lageplan mit allen relevanten Informationen können Sie auch hier downloaden (pdf-Datei) pdf.

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Anmeldung

Sie können sich ab sofort registrieren. Bitte melden Sie sich auf der MVE-Homepage (http://www.mve-liste.de) zunächst auf der linken Seite unter „Login“ auf der Seite an. In der Navigationsleiste links erscheint dann ein neuer Menüpunkt „Tagungsanmeldung“. Klicken Sie diesen bitte an. Nun können Sie das Formular ausfüllen, mit dem Sie sich zur Tagung anmelden. Unter „Meine Buchungen“ können Sie jederzeit Ihre Registrierung ändern / ergänzen und so auch im Nachhinein Ihren Beitrag (Vortrag oder Poster) verändern. Bei Problemen nutzen Sie bitte das „Kontaktformular“ auf der linken Seite!

Im Sinne einer international stärkeren Sichtbarkeit deutschsprachiger Beiträge zum Thema haben Sie die Möglichkeit Ihren Beitrag deutsch und / oder englischsprachig einzureichen. Auch wenn Sie Ihren Beitrag deutschsprachig halten werden, könnten dennoch die diversen Internetsuchmaschinen Ihren Beitrag im Internet sichtbar machen.

 

Tagungsgebühren

Wie in den Jahren zuvor ist die Höhe der Tagungsgebühren vom jeweiligen Beschäftigungsverhältnis abhängig, um vor allem Nachwuchswissenschaftler den Besuch der Tagung zu ermöglichen. Inhaber von ganzen Stellen entrichten 40,- EUR, Inhaber von halben Stellen 20,- EUR und Studierende 10,- EUR. Die Tagungsgebühren sind vor Ort in bar zu entrichten.

 

Übernachtungsmöglichkeiten

Folgende Hotels sind zentral in Wuppertal-Elberfeld gelegen und ermöglichen sehr gut die Anreise zu den Tagungsorten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zudem werden diese drei Hotels besonders empfohlen, da Gäste in diesen Hotels kostenlos Tagestickets zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (Bus, Bahn, Schwebebahn) für die Dauer des Aufenthaltes auf Nachfrage erhalten können.

 

Hotel Astor

Schloßbleiche 4-6, 42103 Wuppertal-Elberfeld

http://www.hotel-astor-wuppertal.de/

EZ: 63€; DZ: 68€

 

InterCityHotel Wuppertal

Döppersberg 50, 42103 Wuppertal-Elberfeld

www.intercityhotel.com/Wuppertal

EZ: 59€; DZ: 97€

 

City Partner Central-Hotel Wuppertal

Poststr. 4, 42103 Wuppertal-Elberfeld

www.central-wuppertal.de

EZ: 69€; DZ: 88€

 

Jugendherbergen Wuppertal

verschiedene, s. http://www.wuppertal.de/tourismus-freizeit/touristinformationen/jugendherbergen/102370100000149969.php

ab 17,10

 

Wir freuen uns auf Ihre rege Teilnahme!

Sascha Schwarz und Matthias Herrgen

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